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	<title>textbox. schreiben ist gold</title>
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	<description>PR-Agentur für Unterehmenstexte, Pressearbeit und Schreibcoachings</description>
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		<title>Jetzt mit Stichwortwolke!</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Aug 2010 17:04:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner Schandor</dc:creator>
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		<description><![CDATA[So, jetzt ist es passiert, jetzt hat auch die Homepage der Textbox ihre &#8220;tag cloud&#8221;. Ein bisschen ist es mit den Stichwortwolken ja so wie mit den Heimtrampolinen, die in den letzten drei Jahren aus dem Boden von jedem zweiten Einfamilienhausgarten schossen: Jeder meint, sie haben zu müssen, und eigentlich braucht sie keiner. Aber während [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>So, jetzt ist es passiert, jetzt hat auch die Homepage der Textbox ihre &#8220;tag cloud&#8221;. Ein bisschen ist es mit den Stichwortwolken ja so wie mit den Heimtrampolinen, die in den letzten drei Jahren aus dem Boden von jedem zweiten Einfamilienhausgarten schossen: Jeder meint, sie haben zu müssen, und eigentlich braucht sie keiner. Aber während die Trampoline ein trauriges Los fristen und die allermeiste Zeit ungenutzt in der Gegend herumstehen, erfüllen die Stichwortwolken ihren Sinn allein durch ihre bloße Existenz. Wie eine neblige Inhaltsangabe geben sie Auskunft über die häufigsten Schlagworte der besuchten Website, und selbst beim besten Willen fällt es den Besuchern schwer, die ins Auge springenden Worte zu ignorieren. Mission erfüllt. Lustiger wär&#8217;s freilich, wenn die Stichworte, die sich zur Wolke ballen, nicht so statisch dastehen würden, sondern ein bisschen herumhüpfen würden. Wie auf einem Vorgartentrampolin.</p>
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		<title>Webgalerie mit neuen Bildern</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Aug 2010 06:31:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner Schandor</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Über 500 Bilder umfasst mittlerweile die textbox-Webgalerie, die meisten davon sind Aufnahmen, die auf Reisen entstanden sind. Seit dem letzten Upload sind vor allem im Ordner &#8220;Graz und Umgebung&#8221; über 100 neue Aufnahmen von den Erkundungen der Steiermark dazugekommen, die bei den Recherchen und Fotofahrten für den Reiseführer &#8220;Steirisches Wein- und Hügelland&#8221; gemacht wurden. Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Über 500 Bilder umfasst mittlerweile die <a href="http://www.textbox.at/webgalerie" target="_blank">textbox-Webgalerie</a>, die meisten davon sind Aufnahmen, die auf Reisen entstanden sind. Seit dem letzten Upload sind vor allem im Ordner &#8220;Graz und Umgebung&#8221; über 100 neue Aufnahmen von den Erkundungen der Steiermark dazugekommen, die bei den Recherchen und Fotofahrten für den Reiseführer &#8220;Steirisches Wein- und Hügelland&#8221; gemacht wurden. Die meisten der Webgaleriebilder stehen auch für professionelle Verwendung zur Verfügung und können in hoher Auflösung bereitgestellt werden (digital: 10 oder 12 MP; Scans von KB und Dia: 15 MP). Bei Interesse reicht ein Mail an die Textbox.</p>
<p>Viel Spaß beim Stöbern und Schauen!</p>
<p><img src='http://www.textbox.at/wordpress/wp-content/material/Steiermark.jpg' alt='' /><br />
&#8220;Zwergengarten&#8221; in der Nähe von Graz</p>
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		<title>Zum Jubiläum ein Pause</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Aug 2010 13:02:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner Schandor</dc:creator>
				<category><![CDATA[PR- & Pressetexte]]></category>
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		<description><![CDATA[Wenn die Textbox ein Möbelhaus wäre, dann müssten wir im September am Grazer Opernring Bierbänke, eine Grillhendlbude und eine Kinderhüpfburg aufstellen und Geburtstags-Jubelpreise ausrufen. So aber gönnen wir uns zum fünfjährigen Agenturjubiläum zwei Wochen Büropause, und zwar von 7. bis 21. September 2010. Am 23. und 24. September stehen dann zwei Textbox-Seminare auf dem Programm, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn die Textbox ein Möbelhaus wäre, dann müssten wir im September am Grazer Opernring Bierbänke, eine Grillhendlbude und eine Kinderhüpfburg aufstellen und Geburtstags-Jubelpreise ausrufen. So aber gönnen wir uns zum fünfjährigen Agenturjubiläum zwei Wochen Büropause, und zwar von 7. bis 21. September 2010. </p>
<p>Am 23. und 24. September stehen dann zwei <a href="http://www.textbox.at/wordpress/?p=229">Textbox-Seminare </a>auf dem Programm, und ab 25. September starten wir voller Elan in die nächsten 5 Jahre!</p>
<p><img src='http://www.textbox.at/wordpress/wp-content/material/pause.jpg' alt='Pause' /><br />
Foto: Werner Schandor/textbox</p>
<p>. </p>
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		<title>Schreib-Seminare und -Lehrveranstaltungen im Herbst und Winter</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Aug 2010 12:57:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner Schandor</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im Rahmen der Summer Business School an der FH Joanneum Graz werden heuer wieder zwei Seminare mit Werner Schandor, Leiter der Textbox, angeboten: Am 23. September 2010 stehen Ezzes zum Thema Professionelles Texten auf dem Programm, am 24. September heißt es &#8220;Kreativer schreiben&#8221;. Kreatives Schreiben ist auch das Thema der Schreibwerkstatt von Werner Schandor am [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Rahmen der Summer Business School an der FH Joanneum Graz werden heuer wieder zwei Seminare mit Werner Schandor, Leiter der Textbox, angeboten: Am 23. September 2010 stehen Ezzes zum Thema Professionelles Texten auf dem Programm, am 24. September heißt es &#8220;Kreativer schreiben&#8221;.</p>
<p>Kreatives Schreiben ist auch das Thema der Schreibwerkstatt von Werner Schandor am Studiengang &#8220;Journalismus und PR&#8221; im Wintersemester 2010/11, die allerdings exklusiv für Studierende dieses FH-Studeingangs zugänglich ist. Die Germanistik-Studenten an der Uni Graz kommen im selben Zeitraum in den Genuss einer Praxislehrveranstaltung, die sich dem Schreiben von Rezensionen widmet.</p>
<p>Das texterische Know-how der Textbox können am 18. und 19. Jänner auch Personen anzapfen, die im Gesundheitsbereich tätig sind. Styria vitalis und der Fond Gesundes Österreich (FGÖ) bieten im Rahmen ihres Bildungsnetzwerkes unter dem Titel &#8220;Texte mit Pfiff&#8221; im Bildungshaus Graz-Mariatrost ein zweitägiges Seminar mit Werner Schandor an.</p>
<p>Links: <a href="http://www.sbs.fh-joanneum.at/source/sbssem.asp?sbssem=335&#038;lan=DE" target="_blank">Summer Business School</a>; <a href="http://www.styriavitalis.at/php/pages/index.php?IDENT=5:1:1:0&#038;id=604&#038;complete=true&#038;SPRACHE=de" target="_blank">Styria Vitalis</a> </p>
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		<title>Reiseführer “Steirisches Wein- und Hügelland” ist auf dem Weg</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Aug 2010 08:33:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner Schandor</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Uff, die letzten Monate waren anstrengend, und das Abenteur, 400 Seiten Text und eine ausreichende Anzahl von Bildern für einen Reiseführer der südlichen Steiermark abzuliefern, war nicht ohne. Doch jetzt ist es geschafft. Ein knappes Jahr Recherche, etliche Fahrten in die Süd-, Ost- und Weststeiermark und knapp 5.000 Digitalbilder hat es gebraucht. Und viel Sitzfleisch, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Uff, die letzten Monate waren anstrengend, und das Abenteur, 400 Seiten Text und eine ausreichende Anzahl von Bildern für einen Reiseführer der südlichen Steiermark abzuliefern, war nicht ohne. Doch jetzt ist es geschafft. Ein knappes Jahr Recherche, etliche Fahrten in die Süd-, Ost- und Weststeiermark und knapp 5.000 Digitalbilder hat es gebraucht. Und viel Sitzfleisch, um die Eindrücke und Informationen in Worte zu fassen. Im Juli 2010 wurden die letzten ausständigen Texte für das Opus magnum und die umfassende Bildersammlung an den Verlag übergeben. </p>
<p>Ende September 2010 wird er dann erscheinen, der Reiseführer &#8220;Steirisches Wein- und Hügelland. Kultur, Natur, Ausflüge, Wanderungen und kulinarische Ziele in der Süd-, Ost- und Weststeiermark&#8221; in der Reihe &#8220;Falters Feine Reiseführer&#8221;. Und er wird Gästen, aber auch den Bewohnern des steirischen Hügellands, wo Kürbis, Wein und Thermen gedeihen, ein guter Begleiter sein.</p>
<p><img src='http://www.textbox.at/wordpress/wp-content/material/Huegelland.jpg' alt='' /> </p>
<p><strong>Aus dem Inhalt:</strong></p>
<p><strong>Weststeiermark: Paradiese der Steirer zwischen Schilcher und Kernöl</strong><br />
Das Epizentrum des Steirertums: Stainz und alles rundherum<br />
Der sanfte Norden der Schilcher-Weinstraße: von Stainz bis Ligist<br />
Bei den Gewerken: Voitsberg – Bärnbach – Köflach und erstaunlich viel moderne Kunst<br />
Die Schilcher- und Keltenhochburg Deutschlandsberg<br />
Feuerwehrmekka und Karpfenparadies: Groß St. Florian und das Gleinzbachtal<br />
Von Geomanten und Pop-Art-Kirchen: Schwanberg und die Koralm<br />
Im Stillen Ozean. Die südliche Schilcher-Weinstraße rund um Eisbiswald<br />
Dem Öl auf der Spur. Eine Radtour durch die Weststeiermark von Anja Reiter und Anna Wieder</p>
<p><strong>Die Südsteiermark, ein Eldorado nicht nur für Weinfreunde</strong><br />
Das Tor zum Weinland: Wildon und Sausal<br />
Schätze der Geschichte: Seggauberg, Frauenberg und die Sulmtalnekropole<br />
Zwischen Hopfen und Reben: Leutschach und Umgebung<br />
Die Mutter der Weinstraßen: Auf der südsteirischen Weinstraße von Ehrenhausen über Gamlitz nach Leutschach<br />
„Schon die alten Römer …“: Leibnitz, Flavia Solva, Wagna und St. Veit am Vogau</p>
<p><strong>Südoststeiermark: Im Land der erloschenen Vulkane</strong><br />
Go south-east! Ab ins Murfeld<br />
Au! Mit dem Fahrrad von Spielfeld nach Bad Radkersburg. Ein Erlebnis von Anja Reiter und Anna Wieder<br />
Heilwasser und Geschichte: Ein Rundgang durch Bad Radkersburg<br />
In der steirischen Heimat des Traminers: Klöch und Umgebung<br />
Zwischen Wollschwein und Sammelwut: auf der südoststeirischen Hügellandweinstraße von Frutten bis St. Peter am Ottersbach<br />
Fluchtburg Feldbach<br />
Ins Vulkanland rund um Feldbach: von Paldau über Kirchberg und Kirchbach nach Gnas und Bad Gleichenberg bis Kapfenstein und Fehring<br />
Auf Weltreise durch den Norden des Vulkanlandes: Edelsbach, Auersbach und Riegersburg </p>
<p><strong>Oststeiermark: Die Thermenregion</strong><br />
Warmes Wasser und ein Klassiker des Austropop: Fürstenfeld<br />
Rundfahrt im Thermenland: Bad Blumau, Bad Waltersdorf, Therme Loipersdorf und alles dazwischen<br />
Im Zeichen der Schnecke: die cittá slow Hartberg<br />
Hirschbirn und Apfelland: von Pöllau bis Stubenberg und Puch bei Weiz<br />
Voller Energie von Weiz bis Gleisdorf</p>
<p><strong>Ganz kurz: Tipps für Graz</strong><br />
Die Sehenswürdigkeiten der steirischen Landeshauptstadt und Umgebung</p>
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		<title>Die Extremsammler von Feldbach. Eine Rundfahrt</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Aug 2010 16:24:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner Schandor</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Reisegeschichten]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Bezirk Feldbach wird der Sammelleidenschaft gefrönt wie sonst kaum wo in der Steiermark. Und dabei ist nicht von Briefmarken oder Bonuspunkten die Rede. Beginnen wir unsere Rundfahrt zu einigen der leidenschaftlichsten Sammlern in Edelsbach bei Feldbach, wo schon Franz Gsellmann seine berühmte „Weltmaschine“ aus zusammengesammelten Teilen erschuf. Eine zweite Attraktion des Dorfes ist das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Bezirk Feldbach wird der Sammelleidenschaft gefrönt wie sonst kaum wo in der Steiermark. Und dabei ist nicht von Briefmarken oder Bonuspunkten die Rede. Beginnen wir unsere Rundfahrt zu einigen der leidenschaftlichsten Sammlern in Edelsbach bei Feldbach, wo schon Franz Gsellmann seine berühmte  „Weltmaschine“ aus zusammengesammelten Teilen erschuf. Eine zweite Attraktion des Dorfes ist das „Brückenbaumuseum“ im Ortszentrum. Die Modellbauerin und Brückenexpertin Renate Theißl stellt hier ihre umfassende Sammlung von Modellbrücken zur Schau – von den einfachsten Holzbrücken bis hin zu hochkomplexen Träger-, Bogen- und Spannkonstruktionen. Und weil die Welt im Maßstab 1:30 nicht alles ist, hat die Sammlerin vor einigen Jahren begonnen, auch originale alte Brücken, die ausrangiert wurden, und brückenähnliche Objekte anzukaufen. Die sind nun im Freigelände des Museums zu sehen. Der ganze Stolz der Sammlerin: eine 30 Meter lange, zig Tonnen schwere Eisenbahnfachwerkbrücke aus massivem Stahl. </p>
<p>Gehören Sie auch zu den Leuten, die nichts wegwerfen können? – Dann sollten Sie die Sammlung verstoßener Schätze besuchen, die Alois und Margareta Schwarz in ihrem Haus in der Nähe von Trautmannsdorf ausgestellt haben. Herr Schwarz arbeitete bei einem Entsorgungsunternehmen; die letzten sechs Berufsjahre hat er auf seinen Fahrten mit dem Müllauto brauchbare Gegenstände aus dem Müll gerettet. Auf diese Weise haben sich rund 4.000 Objekte angesammelt, die er und seine Frau im umgebauten Heuboden ihres Hofes ausstellen: Unzählige Spieluhren finden sich da, Leuchter, bunte Flaschen, eine goldfarbene Elvis-Büste, Porzellanpuppen, Besteck und Geschirr, Heiligenbilder, Fernsehlampen in Form von Modellschiffen, Muschelsammlungen, alte Geldscheine, ein bayrischer Bierkrug aus dem Jahr 1918, zig Armbanduhren, Gläser, Krickerln und was sonst noch so alles die Wohnzimmer der Gegend zierte. Die „Sammlung verstoßener Schätze“ ist eine unendliche Fundgrube von herzerwärmendem Kitsch. Aber sie sie ist auch ein Spiegel unserer Überflussgesellschaft und des sich ändernden Geschmacks. </p>
<p><img src='http://www.textbox.at/wordpress/wp-content/material/sammlung.jpg' alt='' /> </p>
<p>Nicht weit entfernt können wir in der Nähe vom Buschenschank Dunst kurz vor Straden Franz Berghold besuchen. Der gelernte Mechaniker sammelt alles, was Motoröl braucht, hat sich aber insbesondere auf historische Motorsägen spezialisiert. Ob er die größte Motorsägensammlung in Österreich hat, kann er nicht sagen; aber mit 400 Stück aus ganz Europa und den USA ist er auf jeden Fall ein heißer Anwärter auf diesen Ehrentitel. Wuchtige Zweimannsägen aus den 1950er-Jahren sind in seiner Sammlung ebenso vertreten wie exotisch motorisierte Sägen. Die schönsten Stücke hat Herr Berghold in der Garage aufbereitet, doch im und hinter dem Haus türmen sich noch weitere Schätze, darunter zwei Oldtimer, über 30 alte Traktoren, etliche Motorräder, Standmotoren, zig jüngere Motorsägen (zum Tauschen), Rasenmäher, Balkenmäher und und und. Ein geplanter Zubau beim Haus soll die turbulente Ausstellungssituation zumindest der historischen Motorsägensammlung verbessern helfen.</p>
<p>Nach so viel geballter Sammelleidenschaft ist eine Einkehr angeraten. Weil es zum Thema passt, tun wir das beim Bulldogwirt südlich von Straden. Das zu 120 % urige Wirtshaus wird heuer 100 Jahre alt und ist eine Mischung aus busgruppen-geeichtem Gasthaus, Bikertreff und Freilichtmuseum. In über 45 Jahren Sammlertätigkeit hat Seniorchef Erwin Wiedner etliches zusammengetragen: von Bauernhäusern und Nebengebäuden aus dem 18. und 19. Jahrhundert über eine komplette alte Schmiede und aberzählige alte landwirtschaftliche Geräte bis hin zur historischen Auto-, Traktor- und Motorradflotte, wobei hier eine gewisse Vorliebe für die nationalsozialistischen Jahre ins Auge sticht. Politisch sensiblen Menschen, aber auch Puristen steigt beim Bulldogwirt eher die Grausbirn‘ auf; alle anderen können sich freuen, dass es Orte gibt, wo noch tausend Mal mehr Zeugs zusammenkommt, als man selbst im Gartenhüttel gehortet hat. Gegessen wird beim Bulldogwirt übrigens im alten, vollgestopften Salettl, und drei Mal im Jahr findet am Gelände – ja was? – ein Flohmarkt statt.</p>
<p><img src='http://www.textbox.at/wordpress/wp-content/material/bulldogwirt.jpg' alt='' /> </p>
<p>Wir verlassen nun die Stradener Gegend und fahren über Bairisch Kölldorf ostwärts in Richtung St. Anna am Aigen. Was wir hier suchen? – Die einzige vollständige Sammlung aller je in der Steiermark gebauten Puch-Motorräder, angefangen vom Modell A aus dem Jahr 1903 bis zum Modell 250 SG. Wo wir die finden? – Im Örtchen Jamm im Motorradmuseum, das an Wochenenden geöffnet hat. Sepp Legenstein hat nicht nur alte Motorräder und Standmotoren gesammelt, er versteht es auch, sie zu präsentieren. In dem eigens für diesen Zweck errichteten Gebäude hat er einen Teil seiner Schätze übersichtlich aufgereiht. Es sind vor allem zivile Motorräder aus der Zeit bis 1945, die es dem Sammler angetan haben. Sein großer Stolz sind die erwähnten Puch-Motorräder, aber auch zahlreiche historische BMWs und weitere deutsche, englische und amerikanische Maschinen mit allerlei technischen Finessen können bestaunt werden, so zum Beispiel eine britische BSA Typ L (1922) mit geflochtenem Beiwagen. </p>
<p>Und weil wir in der Nähe sind, können wir die Fahrt durch das Sammlerland bei einer Sammlung der anderen Art ausklingen lassen: In der „Gesamtsteirischen Vinothek“ im Ortszentrum von St. Anna am Aigen stehen über 100 steirische Weine aus allen Regionen zur Verkostung bereit. Zahlreiche Radfahrer, die die Panorama-Radtour machen, kehren hier ein, um sich mit Welschriesling, Schilcher, Zweigelt und Co. legal zu dopen und auf der luftigen Terrasse ein Gläschen mit Aussicht auf das nahe Dreiländereck Österreich-Slowenien-Ungarn zu genießen. Weinfreunde erhalten an der Theke fachkundige Beratung, und jeden Samstag Nachmittag kann man unter Anleitung eines regionalen Winzers an seinem Geschmackssinn und seinem önologischen Fachvokabular arbeiten. Wir lassen hier unsere Runde ausklingen, um die gesammelten Eindrücke zu verarbeiten; wohl wissend, dass wir eigentlich nur einen Teil dessen besichtigt haben, was in der Region so alles gehortet wird.</p>
<p><em>Werner Schandor</em></p>
<blockquote><p>Dieser Text erschien im Juli 2010 im Magazin &#8220;VIA. Airportjournal Graz&#8221;.<br />
Weitere Bilder gibt es unter <a href="http://www.textbox.at/Vulkan">www.textbox.at/Vulkan</a> </p></blockquote>
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		<item>
		<title>Du lieber Schwan! Von Geomanten und Pop-Art-Kirchen</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Aug 2010 18:26:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner Schandor</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der weststeirische Marktflecken Schwanberg im Bezirk Deutschlandsberg birgt als Geheimtipp einen der größten Schätze österreichischer Pop-Art und ist zugleich einer der eigenartigsten Orte der Schilcherregion. Ein erster Besuch in Schwanberg könnte so ausschauen: Hochsommer, halb 4 Uhr nachmittags, am Hauptplatz sind die Gehsteige hochgeklappt, die Touristeninfo hat bereits seit 12 Uhr zugesperrt, nur aus einem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der weststeirische Marktflecken Schwanberg im Bezirk Deutschlandsberg birgt als Geheimtipp einen der größten Schätze österreichischer Pop-Art und ist zugleich einer der eigenartigsten Orte der Schilcherregion. </p>
<p>Ein erster Besuch in Schwanberg könnte so ausschauen: Hochsommer, halb 4 Uhr nachmittags, am Hauptplatz sind die Gehsteige hochgeklappt, die Touristeninfo hat bereits seit 12 Uhr zugesperrt, nur aus einem Lokal namens „Die Welle“ dringt Gelächter, als würde drinnen der Fasching nachgeholt. Sie treten ein, um den Weg zum Greißlermuseum zu erfragen, eine Hauptsehenswürdigkeit des Ortes. In der „Welle“ gibt es ein großes Hallo, weil ein Fremder den Raum betritt. Mit schwerer Zunge erklärt man Ihnen, wie Sie zum  Greißlermuseum kommen, nur hat das dann – auch Sammler wollen Urlaub machen – ausgerechnet im Juli geschlossen.</p>
<p>Zum Glück hat der kleine Marktflecken am Fuße der Koralm noch mehr zu bieten. Zum Beispiel Kraftplätze sonder Zahl. Obwohl die Geomantie – verstanden als Lehre von den Energieflüssen bestimmter Orte – wissenschaftlich nicht anerkannt ist, spielt sie im steirischen Tourismus eine wachsende Rolle. Insbesondere das steirische Hügelland ist voll von solchen Plätzen, die für Menschen mit entsprechenden Antennen herausragende Energieströme in sich bündeln. In Schwanberg, wo ein „Kraftweg“ mehrere geomantische Punkte miteinander verknüpft, dürften sich ein paar besonders dicke Energieadern gekreuzt haben.</p>
<p><img src='http://www.textbox.at/wordpress/wp-content/material/Schwanberg.jpg' alt='' /> </p>
<p>Die Postkartenansicht des Ortes zeigt für gewöhnlich den properen Hauptplatz mit seiner barocken Mariensäule, und über dem Markt thront auf einer Anhöhe die Josefikirche. Sie war im 19. Jahrhundert ein beliebtes Pilgerziel, aber drohte nach dem Zweiten Weltkrieg zu zerfallen. 1955 hatte der Schwanberger Pfarrer eine Idee: Er engagierte Jakob Laub, einen Gütersloh-Schüler, der frisch seine Ausbildung an der „Angewandten“ in Wien abgeschlossen hatte, das Kircheninnere neu zu gestalten. Laub machte sich unverzüglich ans Werk, aber womit vermutlich keiner gerechnet hatte, war, dass es vier Jahrzehnte dauern würde, bis Laub 1995 die Fresken abschließen konnte. </p>
<p><img src='http://www.textbox.at/wordpress/wp-content/material/Josefikirche_neu_01.jpg' alt='' /><br />
Von außen wirkt die Josefikirche wie eine graue Maus. Doch wenn man sie betritt, kann es einem die Sprache verschlagen. Die Augen wandern staunend über knallbunte Gewölbebögen und Halbpfeiler, über symbolhaft verschlüsselte, mitunter naiv in Szene gesetzte Bilder und Botschaften aus der Bibel, die stilistisch heterogen wirken, aber allesamt sensationell bunt sind. Der Kontrast zwischen Kanzel und  Altären aus dem Barock einerseits und dem Farbenrausch Jakob Laubs andererseits könnte nicht spannungsgeladener sein. Und dennoch ist die Josefikirche  – im Gegensatz zur Bärnbacher Hundertwasserkirche – bisher ein absoluter Geheimtipp geblieben.</p>
<p>Den Schlüssel zur poppigsten Kirche der Steiermark erhält man an der Rezeption vom Schwanberger Moorbad am Hauptplatz. Das Kurbad, in dem gegen rheumatische Beschwerden und Leiden des Gelenks- und Knochenapparates Moorpackungen verabreicht werden, wurde Anfang der 1970er-Jahre im ehemaligen Kapuzinerkloster eingerichtet. Da seit seiner Eröffnung viel Wasser aus steirischen Thermalquellen gesprudelt ist und ein Herumliegen in gesundem Schlamm nicht mehr so anziehend wirkt wie in den früheren 1970ern, soll das Schwanberger Heilbad in den kommenden Jahren renoviert und um einen zeitgemäßen Wellnessbereich erweitert werden. Verspricht zumindest die Politik.</p>
<p><strong>Kreiskys Sohn </strong><br />
Schwanberg ist vor fast 1000 Jahren als Untersiedlung einer Burg entstanden, die im 15. Jahrhundert durch ein Renaissanceschloss ersetzt wurde. Das Schloss liegt in einem Waldstück über dem Ort und beherbergt seit 1892 ein Pflegeheim für chronisch Kranke in psychiatrischer Behandlung. Wenn Ihnen also, so wie mir, bei der Besichtigung des Schlosshofes ein Mann begegnet, der sich als Sohn von Bruno Kreisky ausgibt und Ihnen 20.000 Schilling anbietet, damit Sie ihn nach Zeltweg chauffieren, dann besteht kein wirklicher Grund zur Beunruhigung. Es liegt einfach an den besonderen Schwanberger Kraftlinien.</p>
<p>Der Initiator des Schwanberger &#8220;Kraftweges&#8221; ist Heinrich Pansi, seines Zeichens Künstler, Fotograf, Trommellehrer, Gartengestalter und Ausstellungsmacher. In seiner „Lebensschmiede“ in einem sorgsam restaurierten Schmiedegebäude aus dem frühen 19. Jahrhundert stellt er Skulpturen, Objekte, Bilder und Kunsthandwerk aus eigener und fremder Produktion aus. Hier erhalten Sie auch den Folder zum Schwanberger &#8220;Kraftweg&#8221;. Der beginnt in der &#8220;Lebensschmiede&#8221;, führt in einem Bogen zu Moorbad, Josefikirche und Schloss und endet beim sehenswerten  „Greißlermuseum“ von Antiquar Andreas Brunner. In seinem Vierkanthof aus dem Jahr 1851 hat der Antiquitätenhändler altes, vorwiegend bäuerliches Mobiliar zusammengetragen und in geschmackvoll ausgestatteten alten Bauernstuben ausgestellt. Als Zugpferd hat Brunner mit den Hinterlassenschaften von sechs ländlichen Greißlereien ein „Greißlermuseum“ eingerichtet, in dem man – von Zwirnspulen bis zur Auswahl an Nachttöpfen – in die längst versunkenen Welten alter Kramläden eintauchen kann. Aber bitte nur als Individualtourist, denn Busladungen voller Leute sind dem resoluten Hausherrn ein Gräuel.</p>
<p><em>Werner Schandor</em></p>
<blockquote><p>Eine leicht gekürzte Version dieses Textes ist am 24. Juli in der Tageszeitung <a href="http://derstandard.at/1277339021304/Ach-du-lieber-Schwan-am-Fusse-der-Koralm">&#8220;Der Standard&#8221;</a> erschienen.</p></blockquote>
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		<title>Richard Avedon trifft „Alltagsgeschichten“</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Aug 2010 15:07:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner Schandor</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Künstlerporträts]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Fotograf Philipp Podesser pendelt zwischen LA und Graz, zwischen internationalem Jet-Set und österreichischen Alltagstypen. „Ich habe ein Problem mit dem Starkult. Heutzutage dreht sich alles um Starmodels, Starfotografen oder Starfilmemacher. „Für mich aber sind die echten Leute Stars“, sagt einer, der beide Welten kennt. Der Grazer Fotograf Philipp Podesser, Jahrgang 1977, zog Ende der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Fotograf Philipp Podesser pendelt zwischen LA und Graz, zwischen internationalem Jet-Set und österreichischen Alltagstypen. „Ich habe ein Problem mit dem Starkult. Heutzutage dreht sich alles um Starmodels, Starfotografen oder Starfilmemacher. „Für mich aber sind die echten Leute Stars“, sagt einer, der beide Welten kennt. Der Grazer Fotograf Philipp Podesser, Jahrgang 1977, zog Ende der 1990er-Jahre an die amerikanische Westküste, um am Santa Monica College Fotografie zu studieren. Nach seinem Abschluss mit Diplom arbeitete er zunächst bei Hollywoodproduktionen mit, ehe er international bekannten Fotografen wie Adrien Velicescu oder Björn Kommerell zur Hand gehen durfte. Zurück in Graz, arbeitete Podesser zunächst für das Atelier Jungwirth, ehe er sich 2003 selbstständig machte und bei Projekten des international erfolgreichen österreichischen Fotografen Alfred Seiland mitwirkte. Wie Seiland verfolgt auch Podesser neben der kommerziellen Fotografie eigene künstlerische Projekte. Sein Opus Nr. 1, die Serie „Freischwimmer“, präsentierte er mit großem Erfolg im Frühjahr 2010 im Grazer Museum der Wahrnehmung (MUWA).</p>
<p>„Freischwimmer“, das sind 17 überlebensgroße Porträts von „echten Menschen“, wie der junge Fotokünstler sagt. Es handelt sich um Besucher der städtischer Freibäder in Graz, die Podesser im Sommer 2009 vor die Kamera bat, fast so, wie Gott sie schuf, nur mit Rücksicht auf das Gemeinwesen im Badegewand. Die Körper, die wir zu sehen bekommen, sind, wie sie sind, und wie man sie aus den Freibädern kennt: echte Körper von echten Menschen, die keinen „personal trainer“ haben und auch keine Not, besonders auf ihre Figur zu achten. Im Kontrast zu den meist nicht hochglanzmagazintauglichen Körpern steht Podessers meisterliche Ablichtung der Hobby-Modelle. Und so urteilte beispielsweise der Kultursender Ö1 in einer Sendung über die „Freischwimmer“, dass die Porträts, die den Vergleich mit Werken Richard Avedons nicht scheuen müssen, Menschen zeigen, die Elizabeth T. Spiras „Alltagsgeschichten“ entnommen sein könnten. </p>
<p><img src="http://www.textbox.at/wordpress/wp-content/uploads/2010/09/podesser.jpg" alt="Drei von Philipp Podessers &quot;Freischwimmern&quot;" title="podesser" width="550" height="377" class="aligncenter size-full wp-image-414" /><br />
<em>(c) Philipp Podesser</em></p>
<p>Da wir gewohnt sind, in Ausstellungen, aber auch in Zeitungen und Filmen vor allem „schöne Menschen“ zu sehen, stellt „Freischwimmer“ unweigerlich die Frage nach dem Schönheitsbegriff in den Raum. „Ein Schönheitsideal im engeren Sinn gibt es eigentlich nicht,“ meint dazu der Fotograf. „Wenn man zurücktritt und sich die Leute in der Gesamtheit anschaut, ist es noch viel interessanter, wie viel Verschiedenartigkeit es gibt. Für mich existiert die Schönheit in der Verschiedenartigkeit der Menschen.“</p>
<p>Die Leidenschaft zur Fotografie entdeckte der Grazer übrigens auf Umwegen über das Skateboard: Es waren die Kunststücke und der Lifestyle seiner Skateboardfreunde, die ihn animierten, zur Kamera zu greifen. „Einer musste das Ganze bildlich festhalten, und das war eben ich“, erinnert sich der Fotokünstler. Nach dem Erfolg seiner „Freischwimmer“ im MUWA soll die Ausstellung auch in Wien und Sarajewo gezeigt werden. Weiters gibt es ein Angebot eine Serie der Arbeiten im neu eröffneten Grazer Bad Eggenberg auszustellen. Philipp Podesser wird unterdessen ab Juni 2010 für längere Zeit mit Kind(ern) und Kegel in die USA übersiedeln, wo seine Lebensgefährtin einen Job angenommen hat. Er will diese Zeit nutzen, die USA zu bereisen und Land und Leute, wie sie sich aktuell zeigen, im Rahmen verschiedener Fotoprojekte festhalten. Leute und Landschaften, beide von ihrer eher peripheren Seite, das sind die beiden großen Themen, die den Blick des Fotografen an sich ziehen. Einige Zeit wird Podesser aber auch auf Transkontinentalflügen verbringen, denn schon jetzt sind in Österreich Projekte fixiert, die im Herbst 2010 abgeschlossen werden wollen, darunter eines, wo Podesser Pendler im Zug porträtieren wird. </p>
<p><em>Werner Schandor</em></p>
<p><small>Stand: Juni 2010</small></p>
<blockquote><p>
<strong>Philipp Podesser im Internet:</strong> <a href="http://www.podesser.net" target="_blank">www.podesser.net</a></p>
<p>Der Text erschien im Juni 2010 in der Online-Künstlergalerie <a href="http://www.kulturservice.steiermark.at/cms/ziel/25411206/DE/" target="_blank">ARTfaces</a> der Kultur Service Gesellschaft Steiermark. ARTfaces wird redaktionell von der textbox betreut.</p>
</blockquote>
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		<title>Ideen en masse</title>
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		<pubDate>Tue, 25 May 2010 12:11:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner Schandor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fachsimpelei]]></category>
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		<description><![CDATA[Seit der Stadt Graz das Geld ausgeht, dürfen die Kreativen überall mitmischen. Sie retten die Mariahilferstraße und beleben das Lendviertel; sie zerbrechen sich den Kopf darüber, wie man die Stadt urbaner machen könnte, und das Allerbeste ist: Sie tun es zu finanziellen Bedingungen, wo ein Handwerker nicht einmal ein Ohrwaschl dafür rühren würde. Das macht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit der Stadt Graz das Geld ausgeht, dürfen die Kreativen überall mitmischen. Sie retten die Mariahilferstraße und beleben das Lendviertel; sie zerbrechen sich den Kopf darüber, wie man die Stadt urbaner machen könnte, und das Allerbeste ist: Sie tun es zu finanziellen Bedingungen, wo ein Handwerker nicht einmal ein Ohrwaschl dafür rühren würde. Das macht die Kreativen bei der Stadtpolitik so beliebt. Der Designmonat zum Beispiel wird aus der Kaffeekasse der Wirtschaftsstadträtin bezahlt. </p>
<p>Apropos Kaffee: Ich persönlich nutze den Designmonat, um wilde Unordnung in die Nespresso-Kapselvorräte unserer Bürogemeinschaft zu bringen. Wo ansonsten die Kapseln säuberlich nach Farbe sortiert sind, herrscht jetzt inspirierendes Chaos unter den bunten Aluminiumhütchen. Das regt die Hirnzellen ungemein an, und wenn das nicht die UNESCO-Leute davon überzeugt, dass Graz eine würdige „City of Design“ ist, dann weiß ich auch nicht weiter. Oder doch. Natürlich weiß ich weiter. Schließlich zähle ich mich zu den Kreativen der Stadt – auch wenn Texter und Autoren im Designmonat weniger präsent sind als etwa Vespafahrer, denen immerhin ein eigener Programmpunkt gewidmet ist &#8230; Als Kreativer weiß ich immer weiter. Und noch weiter.</p>
<p>Auch für die Problemzonen von Graz habe ich massig Ideen. Die Jakoministraße z. B., die zur Geisterstraße verkommen ist, würde ich überdachen, dann das Licht abdrehen, und schon hätte man eine Attraktion mehr: eine Geisterbahnstraße, wo die Linien 4 und 5 mit ausgeschalteter Beleuchtung durchrumpeln müssen. Wenn die Bim vorbeifährt, werden schlaglichtartig die Büros und Werkstätten erhellt, in denen Designerinnen und Modemacher Tag und Nacht schuften. Kurzfilme auf den Infoscreens in der Straßenbahn singen gleichzeitig ein Loblied auf die neue Selbstständigkeit, also auf Wochenendarbeit, bodenlose Sozialversichungszahlungen und null Einkommen im Krankheitsfall. Und alle gruselt’s.</p>
<p>Oder die Annenstraße, die in den letzten Jahren zum Eldorado für sehr günstige Koffer und Reisetaschen aus Fernost mutierte … fast wundert es mich, dass noch niemand auf die Idee gekommen ist, beim Roseggerhof und beim Eggenberger Gürtel je eines von diesen bunt lackierten, hölzernen Drachentoren aufzustellen, die hin und wieder die Pforten von Chinarestaurants zieren.  Nur dass die Drachentore in der Annenstraße groß wie Feuerwehrautos sein müssten und die ganze Straßenbreite zu überspannen hätten. Graz hätte dann ein Chinatown – als erst Stadt von da bis Hamburg!  Die Touristen würden nur so durchwuseln, und alle Asia-Lokale, die in den letzten Jahren wie Bambussprossen aus dem Boden schossen, würden sich um den Standort raufen.</p>
<p>Schade auch, dass die geplante neue Moschee in der Lazarettgasse keine Minarette haben wird. Gemeinsam mit der Kuppel vom nahen „Citypark“ hätte das nämlich fast eine Hagia Sophia ergeben. Nachdem das Franziskanerviertel bereits zum Little Italy mutiert ist, warum soll dann nicht rund um den Rösselmühlpark ein Klein-Istanbul entstehen? – Ah so, das hätte ich fast vergessen: Kreative sind nicht zuletzt deshalb bei der Politik so beliebt, weil man ihre Ideen, sobald sie die Kernwählerschichten verstören könnten, einfach in der Schublade versenken kann. Auf Nimmerwiedersehen. Hat ja nicht viel gekostet.</p>
<p><em>Werner Schandor</em></p>
<blockquote><p>erschienen am 23. Mai 2010 in der Grazer Wochenzeitung &#8220;G7&#8243;</p></blockquote>
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		<title>Die Brettljause</title>
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		<pubDate>Mon, 24 May 2010 12:14:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner Schandor</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Leute am Land sind viel netter als in der Stadt. Wenn man in Graz jemanden anredet, wird man meist für einen Trickbetrüger gehalten, der es auf das Geldtaschl abgesehen hat, und man wird bestenfalls ignoriert. Das ist zu 100 % empirisch belegt. Und auch dass die Leute am Land weniger misstrauisch sind und oft [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Leute am Land sind viel netter als in der Stadt. Wenn man in Graz jemanden anredet, wird man meist für einen Trickbetrüger gehalten, der es auf das Geldtaschl abgesehen hat, und man wird bestenfalls ignoriert. Das ist zu 100 % empirisch belegt. Und auch dass die Leute am Land weniger misstrauisch sind und oft sogar mit einer mehr oder minder geistreichen Volte antworten, wenn man sie anredet, können Sie bei jedem Ausflug ins Umland feststellen, das lässt sich als Experiment bei jeder x-beliebigen Brettljause bei jedem x-beliebigen Buschenschank wiederholen. Wo auch immer am Land Sie sich mit Ihrer Jause niederlassen, Sie werden freundliche, offene Menschen erleben. Aber versuchen Sie einmal im Gegenzug, eine Brettljause in der Herrengasse zu sich zu nehmen! Ganz abgesehen davon, dass Sie kaum ein Plätzchen finden werden, wo Sie Ihren Picknickkorb ungestört abstellen können, werden Sie innerhalb von fünf Minuten drei Schnorrer, die Ordnungswache und zwei rechtschaffene Vertreter von innerstädtischen Handelsbetrieben am Hals haben, die sich allesamt für Herz, Hirn und Zier dieser Stadt halten. „Brettljausnen behördlich verboten“, wird es heißen, und das läuft dann unter der Rubrik verordnete Zivilcourage. „Wo kämen wir hin, wenn jeder in der Herrengasse seine Jause auspackt?! Und was glauben Sie, warum hier so wenig Bänke und absolut keine Jausentische aufgestellt sind?!“ – Aber ich schweife ins Fiktionale ab. In Wahrheit will eh keiner seine Brettljause in der Innenstadt verzehren, wo sie doch am Land viel besser schmeckt. </p>
<p>Zum Glück fängt das Land direkt in Graz an. Nehmen Sie nur die Schweinbergstraße, nehmen Sie das Schaftal, nehmen Sie das Lustbühel oder das Rastbühel, nehmen Sie den Lineckberg, nehmen Sie den Mühlberg, den Gaisberg, den Kollerberg, den Ölberg, den Höhenberg oder den Pfangberg – so viel Berge hat Graz! Nehmen Sie die Untere Schirmleiten, nehmen Sie den Hauenstein, nehmen Sie den Reinerkogel, nehmen Sie den Buchkogel, nehmen Sie den Frauenkogel oder nehmen Sie einfach den Weinhang bei Schloss St. Martin in Webling, und Sie werden herrliche Plätze für Ihre Grazer Brettljause finden. Da müssen Sie weder bis zum Milchgraben in Hart fahren noch auf den Madersberg nach Unterbichl, weder auf die Leber bei Stattegg noch auf den Fuß der Leber (eine anatomische Besonderheit) ebendort; und nach Seiersberg fahren Sie bitte als loyaler Grazer und loyale Grazerin sowieso nicht, oder? Wo wollten Sie dort auch Ihre Brettljause essen?</p>
<p>Vor einiger Zeit war eine Bekannte auf Neapel zu Besuch. Sie hatte einen Vortrag an der Uni Wien gehalten und am Rückweg nach Bella Italia Zwischenstation in unserer schönen Stadt gemacht. Es war Sonntag, es war Abend, und ich wollte sie in das pulsierende Grazer Nachtleben entführen. Ja, Schmarrn! Natürlich war die Innenstadt wie ausgestorben. Am Sonntagabend ist das Pulver in Graz verschossen, die urbane Energie verpufft; nicht mal die Puffs haben an diesem Tag Konjunktur. Und nun erklären Sie mal Ihrem Gast aus Neapel – dieser lauten, lebendigen, dreckigen, wurligen Millionenstadt – dass das, was sich sonntagabends im aufgeräumten, abgeschleckten Graz (nicht) abspielt, ebenfalls unter der Bezeichnung „Stadt“ läuft. Da können Sie genau so gut Ihre Brettljause auf den Stiegen vom Erzherzog-Johann-Denkmal ausbreiten und den Schilcher entkorken, da wird Sie keiner beim Jausnen stören, solange der Schilcher alkoholfrei ist. </p>
<p>Am Sonntagabend ist tote Hose, aber dafür sind die Leute in Graz sagenhaft nett, wie eine Bekannte aus Frankfurt/Main meinte, die ein paar Wochen hier verbrachte. Kein Wunder, ist Graz doch zu 80 Prozent eine Landgemeinde. Als Stadt hat sie nur zu bestimmten Zeiten und in eng gesetzten Grenzen geöffnet. Und dann herrscht Brettljausenverbot.</p>
<p><em>Werner Schandor</em></p>
<blockquote><p>erschienen am 18. April 2010 in der Grazer Wochenzeitung &#8220;G7&#8243;</p></blockquote>
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