ewigkeit trifft vergänglichkeit in der schreibkraft

Unter dem Titel „für immer“ birgt Heft 16 des Feuilletonmagazins „schreibkraft“ eine große Bandbreite an unterschiedlichen Ansichten über die unpräziseste aller Zeitspannen. Die Zeitangabe „für immer“ klingt zunächst langfristig, endgültig und unumkehrbar. Betrachtet man jedoch ihre anwendungsorientierten Entsprechungen ist festzustellen: Hier wird nicht so heiß gegessen wie gekocht. Lebenslängliche Haftstrafen sind bei guter Führung nach 20 bis 30 Jahren beendet, ein Zeitraum, in dem Vertreter des dritten Jahrtausends schon locker vier Mal den Bund der Ehe geschlossen haben. Fix ist also nix und „für immer“ schon gar nix?

Das bestätigen mit jeweils sehr subjektiven Beweisführungen auch die schreibkraft-Autoren Georg Fuchs (er führt den Weltuntergang ins Treffen), Stefanie Lehrner (Wurst), Julian Blunk (Damenbinde), Florian Malzacher (Vampir), Mieze Medusa (Wohnbus), Martin Fritz (Nachhaltigkeit) und Brigitte Radl (Michael Jackson). Doch auch die Gegenstimmen kommen zu Wort. Denn dass unterstützenswerte Ideen wie etwa die der ewigen Liebe bloß Illusion sein sollen, kann nicht unwidersprochen bleiben. Das meint auch Georg Gartlgruber in seinem Beitrag: „Natürlich gibt es die ewige Liebe!“ Außer ihm bestätigen Christof Huemer (ebenfalls: Liebe), Alice Bolterauer (Adalbert Stifter), Wolfgang Pollanz (Lieddichtung der Popkultur), Harald A. Friedl (Halbwertszeit von Atommüll), Peter Glaser (Speicherarchitektur unserer PC-Festplatten) und Martin Gasser (Treue des Fußballfans zu seinem Verein) die Existenz des Ewigen.

schreibkraft. Das Feuilletonmagazin
Heft 16, „für immer“
88 Seiten, 6.- Euro
ISBN: 978-3-902106-11-7
http://schreibkraft.adm.at
Mail: schreibkraft@mur.at

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner