Mit Ochsenkarren und Balkanjazz: regionale08 startet durch

Feldbach – Einen Vorgeschmack auf die regionale08 erhielten Besucher am Montag, dem 25.Februar 2008, im Feldbacher Veranstaltungs-„Zentrum“ beim Start up zum neuen steirischen Kulturfestival, das unter dem Titel „DIWAN – Grenzen und Kongruenzen“ von 4. Juli bis 13. September 2008 in der Südoststeiermark stattfindet.

Das Künstlerinnenduo resanita entzündete in der Dämmerung ein Lagerfeuer, schenkte Schnaps aus und platzierte einen Ochsenkarren vor dem brandneuen, mondänen Feldbacher Veranstaltungs-„Zentrum“ (Architekten Pittino & Ortner). Die Jazzsängerin Irina Karamarkovic musizierte mit der Balkanformation „Die braven Buben“, die sich mit dem regionalen Volksmusik-Duo Fredi & Karl abwechselten – ein kleiner, fast sommerlicher Vorgeschmack auf das neue steirische Kulturfestival regionale am Montagabend bei der Start up-Veranstaltung vor Vertretern aus Politik, Verwaltung, Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft der Südoststeiermark.

„Es war eine kulturpolitische Zäsur, die traditionellen Landesausstellungen auslaufen zu lassen“, sagte Kulturlandesrat Kurt Flecker, der das Festival politisch aus der Taufe gehoben hat. „Mit der regionale beginnt eine neue Tradition. Das Ziel des Kulturfestivals ist es, das Selbstverständnis einer Region mit Mitteln der zeitgenössischen Kunst zu transportieren. Wir wollen aber kein Festival von außen einsetzen, sondern zum gemeinsamen Gestalten aufrufen“, hob Flecker hervor. „Die regionale soll einen Anreiz bieten, dass Kulturinitiativen sich beleben, die Menschen der Region mit der Kultur mit leben und ihr Verständnis dafür vertiefen.“

Die Landes-Kulturabteilung mit Gabriele Russ an der Spitze sorgt für die Abwicklung des biennal stattfindenden Festivals, das heuer in der südoststeirischen Region Feldbach-Fürstenfeld-Radkersburg seine Premiere hat: Das DIWAN-Projektteam mit dem regionalen Koordinator, Bürgermeister Kurt Deutschmann, und dem Entwicklungs- und Produktionsteam Alexander Kada und Gerolf Wicher stellten das Thema „DIWAN“, sowie Orte und Umfeld des neuen Kulturfestivals vor. Der künstlerische Leiter Dieter Spath präsentierte die inhaltliche Klammer.

35 Programmformate von Hammer-Purgstall bis zeitgenössische Kunst
Auf dem DIWAN-Programm stehen – zum Teil spartenübergreifend – Bildende Kunst, Musik, Theater, Literatur, Performances und Interventionen im öffentlichen Raum. 35 Programmformate, verteilt auf die Kategorien Akademie, Karawane, Diwan, Routen, Local Metropolis, D_LAN und D_Musik werden von 4. Juli bis 13. September 2008 in der Südoststeiermark zu erleben sein. Das Festivalthema, „DIWAN – Grenzen und Kongruenzen“, nimmt seinen Ausgang beim Orientalisten Joseph von Hammer-Purgstall, der seinen Alterssitz auf Schloss Hainfeld bei Feldbach hatte. Das Festival setzt aber vor allem auf zeitgenössische Kunst, um das Verhältnis zwischen Orient und Okzident und das Übersetzen zwischen Kulturen zu thematisieren und vertraute ländliche Räume neu zu interpretieren.

resanita und der Ochsenkarren, mit dem sie im Sommer durch die Südoststeiermark, Slowenien und Ungarn tingeln werden. Foto: J.J. Kucek

Binder-Krieglstein und Werner Schwab
Drei Beispiele: Rainer Binder-Krieglstein bringt bei der Festivaleröffnung am 4. Juli den Steirischen Jägerchor mit Remixes und Loops zum Grooven, Stichwort „jägercore“; Brachialdramatiker Werner Schwab kehrt wenig später mit „ÜBERGEWICHT, unwichtig: UNFORM“ ins Dorfgasthaus zurück, und das Künstlerinnenduo resanita wird im Juli seine Ochsen vor den Karren spannen, um als entschleunigte Kunstkarawane „on the road“ zu gehen und auf den Straßen der Südoststeiermark, Ungarn und Slowenien zu tingeln, Feste zu feiern und Geschichten zu sammeln.
„Das Thema des Festivals, nämlich Migration und der Umgang mit anderen Kulturen, wird immer wieder von undifferenzierten und dummen Beiträgen aus Politik und Medien begleitet“, sagt Landeshauptmannstellvertreter Kurt Flecker. „Die künstlerische Auseinandersetzung aber ist genau jene Form, die uns dem Thema durch einen differenzierteren und genaueren Umgang näher bringt.“

Weitere Informationen zum Programm gibt es auf der neuen regionale08-Homepage www.regionale08.at

PS: Die Textbox unterstützte das Kulturfestival „regionale 08“ in der Entwicklungsphase in Sachen Pressearbeit.

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