Napoleons Bruder dichtete in Graz

Das EU-Projekt „Citybooks“ beauftrage die AutorInnen Milena Michiko Flašar (A), Onno Kosters (NL), Simone Lenaerts (B), Andrea Stift (A) und Textbox-Chef Werner Schandor mit einem Text über Graz. Das Ergebnis sind abwechslungsreiche literarische Blicke auf die steirische Landeshauptstadt, in der schon Napoleons Bruder Louis anno 1810 zum Literaten wurde, wie Schandor in seinem Beitrag für „Citybooks“ entdeckt.

„Die Freiheit des Herzens“ heißt Werner Schandors essayistisch-fiktionale Annäherung an Graz. Ausgangspunkt ist die Begegnung mit einer Jazzsängerin, die im Gespräch bekundet, die „Freiheit des Herzens“ zu suchen. – Ist Graz eine gute Stadt für dieses Unterfangen? Ist die Stadt vielschichtig, urban und offen genug, um Leute inspirieren zu können, die anderes suchen als Postkartenansichten oder die Maximierung des Gewinns? Werner Schandor taucht in seinem Essay auch in die Geschichte der Stadt ein und befördert Bemerkenswertes zu Tage: Die große Bücherverbrennung im August 1600, bei der auf Geheiß des Habsburger Fürsten Ferdinand alle protestantischen Schriften des Landes verbrannt wurden. Oder eben jenen jüngeren Bruder Napoleons, Louis Bonaparte, der als König von Holland abdanken musste und ins Exil nach Graz ging, wo er ein zurückgezogenes Leben führte und seiner dichterischen Ader freien Lauf ließ.


Lea Titz (A) wurde von „Citybooks“ mit dem fotokünstlerischen Porträt der Stadt beauftragt.

Das Projekt „Citybooks“ wurde vor Ort abgewickelt vom Kunstverein „Next“ (www.nextkunst.at). Die Texte von Citybooks sind online zu lesen auf www.city-books.eu

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner