Schneller zum Halbzeitbier

Halbzeit im Stadion. An den Schanken bilden sich vor den Bier-Zapfsäulen lange Schlangen. Die könnten im neuen Allianz-Stadion in Wien-Hütteldorf, das im Sommer 2016 eröffnet wurde, schon um einiges kürzer werden – dank des Beerjet aus Oberösterreich. Denn das automatische Zapfsystem schafft bis zu 1.000 Krügerl Bier in einer Stunde und das mit nur einem Bediener am Gerät. Insgesamt fünf Kioske sind im neuen Allianz-Stadion mit Beerjets bestückt.

Die Entwicklung des innovativen Zapfsystems begann 2013. „Die größte technische Herausforderung war die Schaumkontrolle bei widrigen Umständen, etwa wenn das Bier in den Fässern zu warm wird oder bei einem Faßwechsel“, sagt Ernst Koller, Co-Gesellschafter der Beerjet GmbH und zuständig für Forschung & Entwicklung im oberösterreichischen Unternehmen.

FFG-Förderung als Signal für Kreditgeber
2013/14 wurde die Entwicklung des Prototypen im Rahmen des Start-up-Programms von der FFG gefördert. Im Rückblick bezeichnet Ernst Koller diese monetäre Unterstützung als „Überlebensfrage für unser Unternehmen“. Zum Einen konnte ein Teil der Entwicklungskosten auf diese Weise finanziert werden, und zum Anderen war die FFG-Förderung bei der Verhandlung über weitere Kredite „ein Zeichen für die Banken, dass sie es mit einem substanziellen und nachhaltigen Projekt zu tun haben“, so Koller.

Der Beerjet erobert Fußballstadien, auch Vermietung boomt
Nach erfolgreichen Testläufen bei Veranstaltungen sind Beerjets seit 2015 beim Hamburger FC St. Pauli und bei Borussia Dortmund fix im Einsatz. Aber auch bei Events der Brauereien Ottakringer und Stiegl kommen Beerjets zum Zug, um die Wartezeiten vor den Zapfsäulen zu verringern. Ebenso boomt das 2014 begonnene Geschäft mit der Vermietung mobiler Beerjets.

Im Frühjahr 2016 lukrierte die Beerjet GmbH mittels Crowdfunding 600.000 Euro für die Weiterentwicklung des Unternehmens. Ziele sind die Senkung der Herstellungskosten, der Aufbau einer Lagerverwaltung und die Expansion in neue Märkte mittels Vertriebspartnern in Europa, USA und Australien.

Dieser Text ist der Auftakt einer Reihe von Success Storys, mit denen ausgewählte von der FFG geförderte Projekte vorgestellt werden.

Stand: Juli 2016