Selfies schreiben

Die Ausgangslage war: Die Studierenden der Vertiefungsrichtung Media Design am FH-Studiengang Informationsdesign in Graz sollten eine kurze Videoarbeit über sich selbst anfertigen. Ich wurde eingeladen, in einem zweitägigen Workshop Mitte Oktober 2015 als Grundlage für die Videoarbeit literarische und künstlerische Konzeptionen des Selbst zu vermitteln.

Schon die Fragestellung ist nicht ganz astrein. Kein Wunder, wenn die Antworten darauf konfus ausfallen.

Schon die Fragestellung ist nicht ganz astrein. Kein Wunder, wenn die Antworten darauf konfus ausfallen.

Ausgehend von der – zugegeben inhaltlich höchst konfusen – Frage „Wer bin ich? Wenn ja, warum?“, mit der ein dubioser Philosophieverein einst eine Veranstaltung bewarb, haben wir uns über verschiedene Wege dem Ich bzw. Selbstbildern angenähert: über die Parodie von Partnersuchinseraten, über den Besuch der Ausstellung Das gezeichnete Ich, bei der im Grazer „Bruseum“ verschiedene künstlerische Selbsterkundungspositionen zu sehen waren; und nicht zuletzt über Methoden des (auto-)biografischen Schreibens.

Fazit: Nach den zwei Tagen wusste man genau so sehr oder so wenig wie vorher, warum man – wenn ja? – wer eigentlich war. Aber das war völlig in Ordnung. Denn bei den Übungen entstanden beachtliche und zum Teil druckreife Texte, und es war wieder sehr anregend, mit den kreativen, offenen und  begabten Studierenden von Informationsdesign arbeiten zu können.